News vom Miami Harald

Von Tankstellen und komischen Rechnungen.

Hey how are you?

Tanken in den USA ist schon eine Herausforderung. Letzte Woche stand ich mit meinem durstigen Dodge Challenger an einer Tankstelle in Miami. Zwei Tage, nachdem meinen Leihwagen abgeholt hatte, zwang mich die Reserveanzeige etwas Sprit nachzufüllen. Ich nahm die Zapfpistole, drückte den Normalbenzin-Knopf und wollte loslegen. Nichts tat sich.

Okay, dachte ich. Vielleicht muss ich erst die Kreditkarte durch das Gerät ziehen. Wie eigentlich überall in den USA. „Geben Sie die Postleitzahl ein“, stand schließlich auf dem Display. Meine Kasseler Postleitzahl funktionierte natürlich nicht. Auch nicht die aus Witzenhausen, Giessen, Leipzig oder wo ich sonst schonmal gemeldet war. Verdammt, ich wohne ja nicht mal hier, wieso soll ich die Postleitzahl wissen?

Schließlich hielt eine Frau mit einem ebenfalls durstigen Spritschlucker an der Zapfsäule nebenan. Ich bat sie um Hilfe. „Wie funktioniert das mit dem Tanken hier? In Deutschland kann ich einfach drauf los tanken.“ Die Frau schaute mich mitleidig an: „Naja, in Amerika zahlen wir erst und tanken dann.“

Aha – aber woher soll ich jetzt wissen, wie viel Liter in den Tank meines geliehenen Muscle-Cars passen und was das kosten könnte. Um einem weiteren dieser mitleidigen Blicke zu umgehen, ging ich einfach in das Tankstellenhäuschen. „Einmal Benzin für 40 Dollar für die Säule acht“, sagte ich am Tresen. Beinahe hätte ich noch fünf Schnäpse für die Nachbarsäule geordert.

Die Amis haben schon ein interessantes System, wenn es ums Bezahlen geht. Beispiel Restaurant: In den USA bekommt man nach dem Essen im Restaurant die Rechnung in einem Umschlag. Als Gast legst du das Geld hinein (manchmal stehen dort sogar Vorschläge, wie viel Trinkgeld man geben soll) und verlässt das Restaurant. Und zwar ohne, dass der Kellner kontrolliert hat, ob der Betrag überhaupt stimmt. Man könnte ja vieles reinlegen und damit die Kellner: Ein altes Kaugummi ganz unten aus dem Rucksack, ein  Duplo-Aufklebebild  von Guido Buchwald bei der Weltmeisterschaft 1990 in Italien oder einfach eine Tankrechnung. Kein Vertrauen an der Zapfsäule, dafür aber im Restaurant – komisch. Warum nicht überall derselbe Vertrauensvorschuss?

In Deutschland ist das ganze umgekehrt, obwohl bei uns das Benzin wesentlich teurer ist.

Wie dem auch sei, ich habe meine Lektion gelernt und versuche demnächst nicht mehr meine Kasseler Postleitzahl in ein amerikanisches Lesegerät zu prügeln.

Have a good one,

Euer Miami Harald

Die Kolumnen  „News vom Miami Harald“  mit weiteren Links zur Serie auf auf hna.de http://www.hna.de/nachrichten/panorama/news-miami-harald-tankstellen-komischen-rechnungen-3116947.html

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s