Liebe Leute, 

gestern endete der erste Abschnitt meiner Tour mit der Weiterreise von San Francisco nach Denver (Colorado). Eigentlich wollte ich den Zug nehmen, leider musste ich wegen eines Terminproblems nun doch auf das Flugzeug umsteigen – anyway.

An meinem vorletzten Tag habe ich – mal wieder – ein interessantes Gespräch mit einem Uber-Taxi-Fahrer gehabt – und zwar mit Howard, Mitte 60, ein gemütlicher Mann, mit dem ich leicht über die Wahlen in den USA ins Gespräch kam.

Es war gleichzeitig etwas ernüchternd, was Howard mir erklärte, denn er ist von der Politik ziemlich desillusioniert. „Weißt du, das klingt jetzt war traurig, aber ich hoffe nur noch, dass ein neuer Präsident keinen großen Mist mehr baut“, sagt er. Auf dem Weg nach oben, würden die Politiker immer mehr ihre eigentlichen Ziele aus den Augen verlieren – ständig müssten Deals gemacht werden, um zumindest annähernd Teile ihres Programms zu verwirklichen. „Bist du irgendwann ganz oben, willst du dann vor allem nur noch deine Macht sichern“, sagt er.

Howard war wirklich ein angenehmer Gesprächspartner, kein Wutbürger, sondern jemand, der offen und nachvollziehbar über seine Ansichten spricht. Mit seinen Landsleuten geht er ebenfalls ziemlich kritisch um. Gerade, weil Donald Trump überhaupt Chancen habe, gewählt zu werden. „Auch wenn sich das jetzt hart anhört: Die Hälfte der Amerikaner ist nach meinem Eindruck nicht besonders schlau“, sagt er. Sie seien geradezu ignorant, viele wüssten nicht, wer im Zweiten Weltkrieg gegeneinander gekämpft hätten. Ihr Wissen liege mehr im Bereich Sport und Popkultur, sagt Howard. Vielleicht habe Trump deshalb Chancen auf das Weiße Haus.

Wir fahren in Richtung meiner Unterkunft in Bernail Height, reden über das Grundeinkommen und Obdachlose. „Wir nehmen die Menschen auf der Straße gar nicht mehr wahr“, sagt er. Am Schluss erlaubt er mir, seine Aussagen zu verwenden und ein Foto zu machen.

Howard hat ein hartes Urteil über seine Landsleute gefällt – ich werde weiter mit Leuten auf der Straße reden, Eindrücke sammeln, und damit hoffentlich am Ende ein bisschen verstehen, wie die Amerikaner derzeit im Wahlkampf ticken.

Heute treffe ich mich mit den Eltern von einem Mädchen, das 2012 beim Aurora-Shooting in einem Kino ums Leben kam.  Mit den Eltern möchte ich auch über Waffengesetze reden. Nach der Schießerei in Orlando (Florida) hat das Thema wieder einmal an Relevanz gewonnen.  Ich werde Euch auch davon berichten.

 

Eurer Max Holscher

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